Scherzligen 
Kirche Serzligen
Kirche Serzligen
Das mittelalterliche Kirchlein mit niedrigem romanischem Schiff wird überragt...
...vom hochgotischen Turm. 
Kirche Serzligen
Kirche Serzligen
Erstmals erwähnt wurde sie 762.
Kirchenschiff 
Kirche Serzligen
Kirche Serzligen
Kostbare Wandmalereien
Kirche Serzligen
Kirche Serzligen
Chorstühle
Kanzel
Kirche Serzligen
Kirche Serzligen
Im Schiff Taufstein, roman.
Halbkugelbecken um... 
...1200 auf barockem Balusterschaft
Kirche Serzligen
Kirche Serzligen
Wappenfenster
Kirche Serzligen

Geschichte der Kirche Scherzligen

Die Scherzligkirche liegt südlich der Stadt Thun, auf der linken Seite der Aare, bei deren Ausfluss aus dem Thunersee. Die Maria geweihte Kirche war ursprünglich die Pfarrkirche der Gemeinde Strättligen und der westlich der Aare gelegenen Teile der Stadt Thun. Im Mittelalter war Scherzligen ein regional bedeutendes Marien - Wallfahrtszentrum. Die Kirche wird urkundlich im Testament des Bischofs Heddo von Strassburg 761/62 erstmals erwähnt. Nach der Strättligerchronik aus dem 15. Jh. gehört sie zu den sogenannten 12 Thunerseekirchen und soll von Rudolf II von Hochburgund im 10. Jh. gestiftet worden sein.

Ein Rettungsgraben auf der Südseite der Kirche ermöglichte 1989 die Untersuchung zur frühen Geschichte. Dabei konnte festgestellt werden, dass sich die Kirche in einem spätrömischen bis frühmittelalterlichen Gräberfeld befindet. Eine Grabkammer aus dem 5./6. Jh. dürfte im Zusammenhang mit der ersten Kirche stehen. Auf die Existenz eines vorromanischen Kirchenbaus aus dem 8. Jh. weist der heutige, ursprünglich freistehende Kirchturm hin. Wohl im 12. Jh. erfolgte ein Neubau der Kirche.   An das damals noch niedrige romanische Schiff fügte sich im Westen ein doppelgeschossiger Baukörper an, der als Pilgerhaus gedeutet wird. Möglicherweise befand sich im Erdgeschoss eine Vorhalle, sowie auch das Pilgerlager und im Obergeschoss eine Pilgerkapelle.

Um 1370/80 wurde an der Stelle des Altarhauses ein gotischer Polygonchor erstellt. Ebenfalls im 14. Jh. erfolgte der Anbau einer Sakristei. 1463 wurde das romanische Schiff erhöht und ein einheitlicher Dachstuhl über dem Schiff und dem Pilgerhaus erstellt. Ein Durchbruch in der Westfassade schuf eine der Wallfahrt dienenden Nische.

Nach der Reformation wurde die Pfarrei Scherzligen im Jahr 1536 aufgehoben.

Die Scherzligkirche enthält bedeutende Wandmalereien (nach Kunstführer B.O. S .52)

Auf beiden Seiten des Chorbogens befinden sich Fragmente von Szenen aus dem Leben der Heiligen Katharina von Alexandrien, des hl. Nikolaus von Myra und der Mauritiuslegende in breiten, schwarzen Konturen mit roter und gelber Flächenfüllung, um 1300. Dann Christus von Herodes (oder Pilatus), spätes 14. Jh. direkt über dem Bogen. Marientod, 2. Viertel 15. Jh., an der Nordwand drei Bildstreifen übereinander mit Darstellungen aus dem Marienleben und der legendären Kindheit Christi. Die beiden oberen Streifen nach 1523 übermalt, die unterste Reihe kurz nach 1540. Neben der Türe Stifterbild mit Bartholomäus und Margareta. Anschließend Maria und Johannes auf der Heimkehr von der Kreuzigung vor den Toren Jerusalems, signiert von "Peter Maler von Bern" (1463/69, Peter von Bern soll ein 1469 in Bern verstorbener Rheinländer gewesen sein, der auch an der künstlerischen Ausstattung des Münsters mitgewirkt haben soll). An der Südwand großformatige Darstellung der Passionsgeschichte innerhalb und außerhalb der Stadtmauern Jerusalems, (freie Bildkomposition in der Tradition mittelalterlicher Passionsgeschichte, ebenfalls Peter zugeschrieben). In der Vorhalle Fragmente verschiedener Darstellungen unter anderem Christophorus und Martin. Im Schiff Taufstein mit romanischem Halbkugelbecken um 1200, auf barockem Balusterschaft.

(Peter Küffer, Historiker, Thun)

 

 

Fresken, wie es Sie sonst nirgens gibt.

Lesen Sie den Zeitungsbericht vom 18. Februar zur Restaurierung der Kirche

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