Advents-Fenster
Andresler Bönigen
Ausschiesset in Thun
Bärg- und Fäldhasete
Brienzer-Märit
Choschtetna
Chüechlitag Därligen
Dorfchilbinen
Erntedankfeste
Fulehung in Thun
Herbstmärkte
Konzerte Theaterabende
Nidlete Faltschen
und Scharnachtal
Räbliechtli
Samichlaus
Tänndlen in Saxeten
Viehschauen
Weihnachtsbräuche
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Herbst-Winter
Oktober bis Dezember

Von Oktober bis Dezember werden die Tage immer kürzer und die Anlässe
in freier Natur eher seltener. Wiederum finden wir eine Vielfalt an
Bräuchen und kulturellen Veranstaltungen.


Herbstmärkte und Dorfchilbinen

Neben den beliebten 21 Herbstmärkten gibt es auch 15 verschiedene Dorf-Chilbinen.

Viehschauen

Viehschauen mit Punktierung (22) sind meist mit Festlichkeiten verbunden. Deren
Bedeutung für die Landwirte der Region ist nicht zu unterschätzen.

Erntedankfeste, Ausschiesset und Choschtetna

In die Herbstzeit fallen auch die Erntedankfeiern, Ausschiesset-Feste der Schützen
und auch noch "Choschtetna" (Alp-Abrechnung) einiger Alpen.

Konzert- und Theaterabende

Der Jahreszeit entsprechend nehmen die beliebten
Konzert- und Theaterabende
(32 Orte) wieder zu.

"Räbeliechtli" - und Laternli-Umzüge

Ein eher "eingeschleppter" Brauch im November erfreut sich steigender Beliebtheit.
Die "Räbeliechtli-Umzüge" der Kindergarten- und Unterstufenschüler. In einigen der
34 Orte ist es Brauch, dass die Väter beim Schnitzen der Räbliechtli tatkräftig
mithelfen müssen.

Laternenumzug

"Samichlaus"

Abgesehen von den Hausbesuchen des Sankt Nikolaus gibt es in 35 Orten
zentral stattfindende Auftritte des . "Samichlaus". Leider zum Teil mit
kommerzieller Färbung. Meist ist er begleitet von seinem Esel und dem "Schmutzli",
um die Bescherungen unter die wartenden Kinder zu verteilen.

 

"Advents-Fenster".

Dieser schöne Brauch entwickelte sich in den letzten
Jahren im ganzen Berner Oberland:

In bereits 25 Gemeinden/Bäuerten trifft man sich vom 1. bis am 24. Dezember
jeweils in einem andern Haus(halt), um der "Enthüllung" eines fantasievoll
gestalteten Adventsfensters beizuwohnen. Bei Gebäck und Getränken wird die
Gelegenheit genutzt, einander neu oder näher kennen zu lernen und die zum Teil
neuen Bekanntschaften und Freundschaften zu pflegen. In grösseren Gemeinden
sind die Standorte der beleuchteten Fenster auf einer Liste zu ersehen; andernorts
orientiert man sich eben am erleuchteten Fenster. Wichtig dabei ist, dass nur
ein Fenster pro Tag besucht werden kann. Am 24. Dezember ist z.B. in
Gimmelwald jeweils ein lebendiger Krippenstall mit Tieren zu bewundern.
Nachstehende Bilder können vielleicht auch Ihre Fantasie
anregen um etwas ähnliches zu tun...!

Adventsfenster
Adventsfenster

1. Dezember / Faltschen

1. Dezember / Faltschen

Adventsfenster
Adventsfenster

2. Dezember / Faltschen

3. Dezember / Faltschen

Adventsfenster
Adventsfenster

5. Dezember / Kien

6. Dezember / Kien

Adventsfenster
Krippenfiguren

8. Dezember / Kiental

9. Dezember / Kiental

Adventsfenster
Adventsfenster

11. Dezember / Mülenen

13. Dezember / Gwanne

Adventsfenster
Adventsfenster

15. Dezember / Reichenbach

18. Dezember / Reudlen

Adventsfenster
Adventsfenster

19. Dezember / Scharnachtal

21. Dezember / Scharnachtal

Adventsfenster
Adventsfenster

22. Dezember / Wengi

24. Dezember / Gimmelwald

Ausschiesset und Fulehung in Thun

Anfangs Oktober, vom Sonntag bis Dienstagabend findet in Thun seit Jahrhunderten
der "Ausschiesset" statt. Das Kadetten- und das Armbrustschützenkorps
feiern damit das Ende der Saison und messen sich
nochmals in verschiedenen Wettbewerben.

In drei farbenprächtigen Umzügen durch die Stadt präsentieren
sie sich dem zahlreichen Publikum. Am Dienstag findet das Schiessen
mit der Armbrust auf das Gesslerbild statt, bevor sich die Kadetten
mit ihren Partnerinnen zum abschliessenden "Ausschiessetball" begeben.

Mit dem Auftauchen des "Fulehung" am frühen Morgen des Montags
ist das Fest erst so richtig lanciert. Ab fünf Uhr jagt er im Narrenkleid
und mit Hörnermaske die Kinder durch die Altstadtgassen. Mit "Brätsche"
und "Söiblaatere" bewaffnet, lehrt er allzu vorwitzige
Buben und Mädchen das Fürchten.

Ausschiesset und Fulehung
Ausschiesset und Fulehung

Fahnenübergabe auf
dem Rathausplatz

Ausschiesset und Fulehung
Ausschiesset und Fulehung
Ausschiesset und Fulehung

Ausschiesset und Fulehung

Der "Täntsch" mit
dem Gessler-Bild ..
...und Tell mit Walterli als Zeiger.

Ausschiesset und Fulehung
Nach dem Schlussumzug heisst es:
"Abtreten..!"

Ausschiesset und Fulehung
Schweizermann, Fulehung und Tell vor dem
"Chutziturm" und dem Schloss Thun.

Ausschiesset und Fulehung

Ausschiesset und Fulehung

Ausschiesset und Fulehung

Hauptmann und Zugführer 1953
Paarweise gehts zum Ball 1953

Ausschiesset und Fulehung
Der stramme Leutnant 1953

Details sowie umfassende Informationen über Entstehung und Hintergründe obiger Anlässe
findet man im Buch von Peter Küffer:
"Die Thuner Kadetten" ISBN 3-8577-121-6.

"Nidlete"

Ende Oktober findet in Faltschen und Scharnachtal die traditionelle
"Nidlete" für die Schulkinder statt. Auf Grund eines uralten Legates
von zwei verstorbenen, wohlhabenden Junggesellen (Bauern), steht allen
Schulkindern das Recht zu, an einem bestimmten Tag "Nidle und Brot
zu essen bis gnueg". Verbunden mit Festbetrieb, Musik und Spielen beim
Schulhaus findet dieser Anlass an einem Sonntag im Oktober statt.

Die Aufbereitung der Nidel zu Schlagrahm wird von den Mitgliedern der
Bäuertkommission in Handarbeit mit den sogenannten "Ankechübeli"
besorgt. Je nach Witterung wird den Kindern etwa auch Meringue
oder Glace - statt Brot oder Züpfe - verabreicht.

 

 

"Bärghasete" und "Fäldhasete" in Leissigen

In Leissigen kennt man seit Menschengedenken die "Bärg- und Fäldhasete".
Die schulpflichtigen Buben sind die Fäldhasen, die schulentlassenen
Jungen sind die Bärghasen. An einem Sonntag-Mittag trifft man sich bei der
Spissibrücke, von wo sich die Bärghasen mit einer halben Stunde Vorsprung
in ihr Revier verstecken gehen. Zur Orientierung der Jäger müssen
sie genau jede halbe Stunde mit Hornstössen ein Signal geben. Kann
sich ein Jäger dem Hasen auf ca. 5 Meter nähern und ihn beim Namen
nennen, dann ist der Has geschossen und aus dem Spiel. Abends
um fünf Uhr trifft sich die ganze Jagdgesellschaft auf einem markanten Punkt,
wo man feststellt ob alle gesund zurück sind und um dann noch mit
gespitzten Holzpfählen zu "stäckeln".
Dasselbe Spiel in umgekehrter Rollenbesetzung findet eine oder zwei
Wochen später statt; dann verstecken sich die Fäldhasen
und die älteren Bärghasen sind die Jäger.

Bemerkenswertes und für die Fäldhasen wichtiges Detail: Am Tage
der Jagd ist "Tubaken" für alle Teilnehmer offiziell gestattet.
Das Rauchzeug wird von den Bärghasen gestiftet.

Rauchende "Fäldhase"
Treffpunkt bei der Spissibrücke
Im Jagdrevier der Bärghasen
Die Bärghasen auf dem Weg ins Revier
Nach der Jagd gilt die Lichtung als Treffpunkt

"Chüechli-Tag" in Därligen

Am ersten Sonntag im November werden von den Dorffrauen Kuchen
und andere Herrlichkeiten aller Art gebacken und der Bevölkerung zum
Verzehr angeboten. Das ganze Dorf macht jeweils mit und der Erlös wird
vollumfänglich gemeinnützigen Zwecken zugeführt.


Der "Brienzer-Märit" in Brienz

Alljährlich am Mittwoch und Donnerstag der zweiten Novemberwoche findet
der (1626 von den gnädigen Herren bewilligte) Brienzer-Märit statt. Ein Volksfest
mit Verkaufsständen aller Art beidseits der gesperrten Hauptstrasse
vom Trachtbach bis ins Aenderdorf.

Rösslispiel, Putschbahn, Schiessbuden und Riesenrad fehlen nie. Am Abend
gibts Lottomatch und Tanz. Am Brienzer-Märit werden Krapfen gegessen;
ein spezielles Gebäck, gefüllt mit einer Mischung aus gehackten
Dörrbirnen, Baumnüssen und weiteren Zutaten. Für auswärtige
Brienzer ein "Muss" dabei zu sein..!


Der "Andresler" in Bönigen:
Ende November, am Sankt-Andreas-Tag, ziehen die Schulkinder, verkleidet und
zum Teil geschminkt, von Haus zu Haus und geben Gedichte und Lieder zum
bestens. Für ihre Darbietungen werden sie mit Gaben aller
Art (Gebäck, Geld, Spielsachen) belohnt.


"Tänndlen" in Saxeten:

Im Advent fällen die Schulkinder unter Anleitung von Förster und Lehrer
Tannenbäume aus dem Weideland und dem Burgerwald. Die Ausbeute wird
nach Interlaken transportiert und am "Säuzyschtig-Markt"
(dritter Dienstag im Dezember) von den Schülern als Weihnachtsbäume
verkauft. Mit dem Erlös finanziert die Tages-Gesamtschule ihre
Schulreisen und Skilager.

Weihnachtsbräuche

Weihnachten wird hauptsächlich als Fest in der Familie am 24.12. (Heiligabend)
oder aber am 25.12. dem eigentlichen Weihnachtstag gefeiert.

Vor diesen individuellen Familien-Weihnachtsfeiern kommt es aber öfters zu
den "Weihnachtsfesten" in Vereinen, Betrieben, Büros und Amtsstellen.
Allerdings haben diese Anlässe ein mehr weltliches Cachet, d.h. die
Betonung liegt auf dem Wortteil "festen".

Besinnliche Anlässe gibt es an 19 Orten. Dazu gehören,
Weihnachtskonzerte, Andachten und Gottesdienste.

Besonders erwähnenswert sind die Mitternachtsmessen in
den katholischen Kirchen.

Einfach und gerade deshalb eindrücklich gestaltet sind die verschiedenen
Waldweihnachtsfeiern (9), an denen sich erfreulicherweise immer
mehr auch jugendliche Menschen begeistern können

Altersweihnachten (15) sind eine schöne und dankbare Aufgabe, um
Menschen ein fröhliches Fest zu vermitteln, welche sonst wohl einsam
und ohne Freude diese Tage verbringen müssten. Grosser
Beliebtheit erfreuen sich aber auch Schulweihnachtsfeste (66), wo die
Kinder (auch der Sonntagsschule) mit Gesang, Aufführungen, Krippenspiel
und Musizieren die frohe Botschaft verkünden und sich und
den zahlreichen Besuchern in Kirche oder Mehrzweckhalle Freude bereiten.